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Fliesen-Mosaik-Projekt Sommer 2012

 

eine fertige Mosaikfliese

mit Künstlern der Sommerwerkstatt, Kindern der Kita Dörnweg und Kindern des Erlebnishauses Odenwaldstraße in der

 Villa Luce in Eschborn im Sommer 2012

 

Sie konnten es kaum erwarten, die Kinder, die schon mal in der Villa waren, erzählte mir Karin Krahl, eine Erzieherin aus der Kita Dörnweg. Sie erzählten den anderen Kindern, die noch nicht bei uns waren, von der Villa und dem schönen Garten, den es bei uns gibt ... in dem sie so schön toben und spielen können. Aber auch davon, dass sie im Herbst beim großen Lagerfeuer im Garten gestanden und Martinslieder gesungen haben. Das war schön, aber jetzt ist es schöner, weil es nicht dunkel ist und Sommer!

 Gemeinsames Arbeiten an den Fliesen

Na, ein bisschen Sommer hatten wir schon an den drei Tagen und wir hatten vorsorglich auch schon Zelte aufgestellt, damit wir nicht gleich bei dem kleinsten Regenschauer ins Haus flüchten müssen.  

Schließlich wollten wir ja arbeiten, Fliesenmosaike für die Kellerhauswand, damit es noch schöner wird bei uns.

 

Und wie sie alle gearbeitet haben, die Kinder und unsere Künstler. Sie waren kaum zu bremsen, und es sind dabei so wunderbare Mosaike entstanden, dass „man“ diese am Ende nur sehr ungerne für die Wand hergeben wollte. Aber,

wir haben ja auch noch Mosaikteller gemacht, und die durfte natürlich jeder behalten – zum Glück!

 

Am dritten Tag schickte uns das Wetter dann doch ins Haus und so haben wir in dem Werkraum und der Turnhalle unsere Arbeiten fertiggestellt und auch noch Zeit gefunden, tolle Tuschemosaikbilder zu machen.

 

Tuschebilder entstehen 

Am Ende jeden Tages haben wir dann noch mal alle zusammengesessen, und jeder konnte sagen, was er gut oder auch

nicht  so gut fand. Bei den Kindern war es fast immer das Fußballspielen im Garten, was sie gut fanden, ganz dicht gefolgt

von den Mosaiken und dem guten Essen. Unseren Künstlern hatte es auch sehr gut gefallen,

sie haben gerne Gäste und Kinder besonders. Sie fanden ihre Rolle als anleitende Künstler besonders spannend  

und  haben es genossen, von den Kindern um Rat gefragt zu werden. Auch mich überraschte es, wie unvoreingenommen  

sich die Arbeitspaare fanden, und wie wenig wir Betreuer gebraucht wurden

 

 ein fertiger Teller

Mir hat es am besten gefallen, zu sehen wie die unterschiedlichen Menschen so völlig frei und fröhlich miteinander umgegangen sind, wie gerne die Kinder mit den Künstlern der Villa zusammen waren, miteinander gearbeitet und gespielt haben, wie stolz sie auf ihre Arbeiten waren und dass sie alle wieder kommen wollen!

 

Und noch etwas, dass mir Mirella Herrmann; Erzieherin vom Erlebnishaus erzählte, hat mich unglaublich beeindruckt und zum Schmunzeln gebracht. Auf dem Heimweg hatten die 7 Kinder sich natürlich viel zu erzählen und folgendes hatte Mirella dabei hören können:

„Schade, dass ich nicht behindert bin, so kann ich gar nicht in der Villa wohnen....“,  sagte einer der Jungen, oder:

„Ich würde ja gerne mal die richtig Behinderten sehen, die dort sprechen ja ein bisschen komisch und sind etwas langsam, aber behindert ???? Ich glaub das sind die nicht!!!! Aber nett sind sie!“

 

Andrea Martin mit den Kindern

So ist das mit der Wahrnehmung und den Bildern die man im Kopf hat, von bestimmten Begrifflichkeiten, dachte ich mir und habe mich gefreut über diese wunderbaren Worte von den Kindern. In diesem Augenblick haben sie  Menschen als Individuen  und wichtigen Teil unserer Gesellschaft begriffen, unabhängig von der Schnelligkeit ihrer Bewegungen oder der Vollkommenheit ihrer Sprache. Toll!

 

Genau das haben wir gewollt, denn diese Kinder werden auch als Erwachsene noch diese Erinnerungen an ihre  Erlebnisse gespeichert haben und wahrscheinlich behinderte  Menschen ganz selbstverständlich als Teil unserer Gesellschaft sehen und akzeptieren.  

 



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